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Pfeiltransport im Mittelalter 8.-16. Jh.

October 27, 2015

Wann immer in einem im Mittelalter spielen- den Hollywood-Film Bogenschützen auftauchen, kann man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass sie mit einem gänzlich unhistorischen Gegenstand ausgestattet sind: dem Rückenköcher. (Russell Crowe bildete in Ridley Scotts „Robin Hood“ eine rühmliche Ausnahme.)

 

Tatsächlich gibt es für dessen Verwendung in Europa jedoch keinerlei Belege, er taucht zwischen 500 und 1500 u.Z. weder auf Abbildungen noch in Textquellen auf, und das aus einer Vielzahl guter Gründe.

 

Pfeile, die im Rückenköcher transportiert werden, neigen dazu, ständig klappernde Geräusche von sich zu geben, wenn sie nicht in irgendeiner Weise fixiert sind, was meistens wiederum das Ziehen erschwert. Einzelne Pfeile aus dem Köcher zu entnehmen und auf die Sehne zu legen dauert in der Regel ohnehin länger und ist insbesondere bei langen Schäften aufwändiger als mit einem Seitenköcher.

 

​Dafür bleiben sie gerne mal an überhängenden Ästen hängen oder fallen bei bestimmten Aktionen heraus, etwa wenn man damit im dichten Wald dem Wild nachstellt. Des Weiteren ist es schwierig, den Überblick über den noch verbleibenden Pfeilvorrat zu behalten; ein Schütze etwa in der Schlacht müsste also ständig seine Schüsse zählen, um zu wissen, wie viele Pfeile ihm noch bleiben, bevor er Nachschub benötigt.

 

Weiterleisen in Heft 77, Seite 62-67.

 

 


 

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