Langbogen und Recurvebogen werden auch nach Material und Bauart unterschieden:
Manchmal wird ein Bogen nach seinem eigentlichen Einsatzzweck bezeichnet:
Diese Unterscheidungen sind allerdings ungenau und fragwürdig, weil prinzipiell jeder Bogen für jeden Einsatzzweck verwendet werden kann, nur eben unterschiedlich gut. Ein Reiterbogen muss z.B. nicht automatisch ein kurzer einteiliger Recurvebogen sein, auch mit dem extra langen japanischen Bogen wurde vom Pferd geschossen, gejagt und Krieg geführt. Er war und ist also gleichzeitig Reiterbogen, Jagdbogen, Sportbogen etc.
Man kann die Bogen auch nach Zubehör und Ausstattung unterscheiden, z.B. in:
Manchmal wird unterschieden zwischen Traditionell und Modern, wobei die Definition für Traditionell wiederum ganz unterschiedlich ausfallen kann (ein endloses Feld für Diskussionen):
Im sportlichen Wettkampf wird es noch etwas komplizierter, denn da müssen wir die Bogen nach den Stilarten unterscheiden. (Diese Stilarten werden auch oft Bogenklassen genannt. Das darf man aber wiederum nicht verwechseln mit den Altersklassen, die es innerhalb der einzelnen Stilarten gibt.) Diese Stilarten werden von den verschiedenen Bogensport-Verbänden im jeweiligen Regelwerk definiert. Und dabei geht es nicht nur um die Zuordnung
Ein Recurvebogen kann also durchaus in verschiedenen Stilarten zum Wettkampf antreten, und was in einem Verband ein Blankbogen ist, gilt in einem anderen Verband vielleicht noch lange nicht als Barebow.
Auch gibt es je nach Veranstalter manchmal unterschiedliche Begriffe für Bogenarten, die eigentlich alle das Gleiche meinen, wie z.B. „Holzbogenklasse“, „Primitive Bows“, „Naturbogen“ und „Historic Bows“. Hier muss man sich bei den Verbänden und Vereinen genau erkundigen, was gemeint ist.
Dann kann man das Bogenschießen wiederum nach der Art der Ausübung unterscheiden, wo und wie es betrieben wird:
Die meisten dieser Dinge kann man mit jedem Bogentyp machen, aber es gibt natürlich auch Einschränkungen: Zum Beispiel wird man auf Mittelalterturnieren mit dem Compound nicht teilnehmen können, und Kyudo macht man natürlich mit dem japanischen Bogen.
Jetzt ist die Verwirrung sicherlich groß: Welchen Bogen soll ich denn jetzt schießen? Hier unser Tipp: In den Vereinen, bei Bogenhändlern, auf den verschiedenen Turnieren und Veranstaltungen umschauen, mitmachen, ausprobieren, und dann einfach den Bogen nehmen, von dem man magisch angezogen wird. Es dürfte recht unwahrscheinlich sein, dass ein Technikfreak, der mit Begeisterung an seinem Compound herumschraubt, sich auch auf Mittelalterturnieren wohl fühlt, oder dass ein alter Indianer und Waldläufer an einem Hightech-Recurve mit Alu-Mittelteil, Visier, Stabi-Spinne und Wasserwaage seinen Spaß hat. Also dürfte die Entscheidung eigentlich nicht schwer fallen. Und außerdem: Man kann ja auch beides machen, oder?
Vor dem Kauf sind dann aber noch zwei wichtige Dinge zu beachten: